Geschichte

Stetig steigende Zahlen bei den so genannten Drogentoten, die Bedrohung durch HIV/AIDS und die Einstufung der Drogenkonsument(inn)en als "Hauptbetroffenengruppe" machten Mitte der 80er Jahre das Netz aus Verfolgung, Kriminalisierung, Inhaftierung, Entgiftung und Langzeittherapie durchlässiger für neue, akzeptierende Angebote. So wurden z.B. in einigen Städten so genannte Methadon-Programme für HIV-infizierte und AIDS-kranke Drogengebraucher/innen und Spritzentauschprogramme eingerichtet. Es waren dann auch vor allem Substitutierte, die - vom Beschaffungsdruck befreit - selbstbestimmt und eigenverantwortlich ein bundesweites Selbsthilfenetzwerk von und für Junkies, Ehemalige und Substituierte (JES) aufbauten. Aus der Taufe gehoben wurde JES 1989 im Rahmen eines Seminars der Deutschen AIDS-Hilfe in Hamburg - der erste Schritt, um unsere Interessen selbst zu formulieren und zu vertreten.

Der folgende Satz aus unserer Gründungserklärung macht deutlich, worum es uns seitdem geht:

"Drogengebraucher/innen besitzen ebenso wie alle anderen Menschen ein Recht auf Menschenwürde. Sie brauchen es sich nicht erst durch abstinentes und angepasstes Verhalten zu erwerben."