Vorstand

Marco Jesse

Stadt/Gruppe: VISION e.V. – Verein für innovative Drogenselbsthilfe / Köln
Beruf/Tätigkeit: Geschäftsführer bei VISION e.V.
Mitarbeit bei JES: seit 1996
Mitarbeit im Vorstand: seit 2009 Bundesvorstand

Gründe des Engagements

JES gibt mir die Möglichkeit, drogenpolitisch für meine Interessen einzutreten. Als ein Teil eines bundesweiten Netzwerks von Junkies, Ehemalige & Substituierten bedeutet mir die gegenseitige Unterstützung und Solidarität sehr viel. Im Laufe der Jahre habe ich hier auch Freunde gefunden.

Die Akzeptanz von Drogengebrauch und das einzigartige Umgehen mit dem Konsum illegalisierter Substanzen haben mir die Gelegenheit gegeben, mich auch persönlich weiterzuentwickeln.

Mathias Häde

Stadt/Gruppe: JES Bielefeld
Beruf/Tätigkeit: Webdesigner
Mitarbeit bei JES: seit 1991
Mitarbeit im Vorstand: seit 2017 Bundesvorstand (zuvor Westschienenkoordintion)

Gründe des Engagements

Als sich zu Beginn der 90er Jahre der Kampf und die Diskussion um die flächendeckende Substitution mit Metha/Pola in Deutschland gerade auf ihrem Höhepunkt befand, entschied ich mich spontan, bei der damals gerade gegründeten Initiative „JES Bielefeld“ mitzuwirken. Diese Situation hinsichtlich der Substitutionsbehandlung sich in den nun fast 20 Jahren meines Mitwirkens im JES-Netzwerk zum Glück grundsätzlich positiv verändert. Nicht zuletzt geschah dies durch den Einfluss und die Stimme von JES. Heute ist es die Heroinvergabe, die wir als weitere Option im Kanon der Substitutionsmittel gern fest und flächendeckend verankert sähen und um die wir kämpfen.

Andere Beweggründe, die mich seinerzeit bewogen hatten, bei JES mitzumachen, haben sich in diesen zwei Dekaden hingegen kaum erkennbar zum Positiven verändert. So haftet „dem Junkie“ noch immer der Ruf des Paria, also des Unberührbaren an, und es existieren noch immer deutlich zu wenige Anlaufstellen und Treffpunkte für diese Menschen. Der Kampf von JES ist für mich also primär der Kampf um mehr Lebensqualität und Gerechtigkeit für (ehemalige) Drogengebraucher. Und da gibt es für uns auch heute noch sehr viel zu tun!

Stefan Ritschel

Stadt/Gruppe: Peine / JES Peine
Beruf/Tätigkeit: Heizungsbauer / Selbsthilfe
Mitarbeit bei JES: seit 2006
Mitarbeit im Vorstand: seit 2015 Bundesvorstand

Gründe des Engagements

Nach mehreren gesundheitlichen Einschränkungen durch exzessiven Konsum, wurde ich zur eventuellen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, an unsere örtliche Drogenberatungsstelle als sogenannter „Ein-Euro-Jobber“ vermittelt. Bingo, dachte ich mir, „so wird der Bock zum Gärtner gemacht“. Aufgrund von ernsten gesundheitlichen Rückschlägen, war ich tatsächlich gewillt, etwas in meinem Leben zu verändern.
Sehr schnell hörte ich in der Beratungsstelle von Drogenselbsthilfe und JES und engagierte mich dort. Anfangs war es ein Bedürfnis, das mir persönlich auch nutzte, sehr schnell wurde es jedoch zu meiner Leidenschaft. Wo sonst habe ich die Möglichkeit für mich selbst und auch für andere Drogengebraucher*innen etwas verändern zu können?
⦁ Hinsichtlich Umgang und Ansehen von Drogen gebrauchenden Menschen in der Öffentlichkeit.
⦁ dem Drogenpolitischen Wahnsinn,
⦁ dem irrwitzigen Regelwerk mancher substituierender Ärzte oder Einrichtungen
⦁ den ständigen Repressalien und Diskriminierungen durch öffentliche Dienste oder Organe.
In meiner Tätigkeit in der Selbsthilfe aber auch als Mitglied des Bundesvorstands kann ich mich all diesen Themen annehmen und hoffentlich gemeinsam mit den Kolleg*innen etwas bewegen.

Claudia Schieren

Stadt/Gruppe: Köln / VISION Verein für innovative Drogenselbsthilfe
Beruf/Tätigkeit: Kontaktladenleiterin VISION
Mitarbeit bei JES: seit 1993
Mitarbeit im Vorstand: seit 2011 Bundesvorstand

Gründe des Engagements

Am Anfang war es auch Eigennutz- ich wollte so bequem wie möglich meine Arbeitsstunden ableisten. Mit der Zeit wurde daraus echtes Interesse und Spaß an dem was ich tat. Heute nutze ich mein Engagement, um zumindest einen kleinen Teil zur Verbesserung der Situation drogengebrauchender Menschen beizutragen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass ich viele Leute kennengelernt habe,die ich mag und sogar einige Freunde gefunden habe, die ich nicht mehr missen möchte. Als Leiterin der Kontakt und Anlaufstelle Meschenich des Vereins VISION kann ich mein Engagement bei JES mit meiner beruflichen Tätigkeit verbinden.

Janka Kessinger

Stadt/Gruppe: JES Schweiz
Beruf/Tätigkeit: Rechtsanwaltsgehilfin
Mitarbeit bei JES: seit 2010
Mitarbeit im Vorstand: Südschienenkoordinatorin

Gründe des Engagements

Auf JES wurde ich im Internet aufmerksam und fand es klasse, dass es eine derartige Interessengemeinschaft gibt. Ich wollte mitmachen und wurde zunächst Mitglied bei JES. 2012 wurde ich erstmals zur Südschienenkoordinatorin gewählt. Vorallem die Ausweitung des Diamorphin-Programms liegt mir sehr am Herzen. Beim Thema Drogenpolitik kann die BRD ganz bestimmt noch einiges von der Schweiz lernen! Von daher ist die Schweiz inzwischen auch meine Wahlheimat geworden. So gut ich kann, versuche ich mich einzubringen und zusammen mit den anderen JESlern etwas zu bewegen. Denn es gibt immer noch viel zu tun, damit Junkies, Ehemalige und Substituierte ein menschenwürdiges Leben führen können!