Stefan Ritschel
Stadt/Gruppe: Peine / JES Peine
Beruf/Tätigkeit: Heizungsbauer / Selbsthilfe
Mitarbeit bei JES: seit 2006
Mitarbeit im Vorstand: seit 2015 Bundesvorstand (zuvor Nord-Ost Schienekoordination)
Gründe des Engagements
Als Drogengebraucher ist man kein Mensch zweiter Klasse. Hier im Bundesverband habe ich die Möglichkeit für mich selbst und auch für andere Drogengebraucher*innen einzustehen, „Eine Stimme“ haben und eventuell etwas verändern zu können!
⦁ Hinsichtlich Umgang und Ansehen von Drogen gebrauchenden Menschen in der Öffentlichkeit.
⦁ dem Drogenpolitischen Wahnsinn entgegen zu treten
⦁ dem irrwitzigen Regelwerk mancher substituierender Ärzte oder Einrichtungen aktiv zu ändern
⦁ den ständigen Repressalien und Diskriminierungen durch öffentliche Dienste oder Organe.
In meiner Tätigkeit in der Selbsthilfe aber auch als Mitglied des Bundesvorstands kann ich mich all diesen Themen annehmen und hoffentlich gemeinsam mit den Kolleg*innen etwas bewegen.
Claudia Ak
Stadt/Gruppe: JES Wiesbaden
Beruf/Tätigkeit: IT-Assistentin
Mitarbeit bei JES: seit 2018
Mitarbeit im Vorstand: seit 2022 Koordination der JES Süd-Schiene
Gründe des Engagements
Ich engagiere mich bei JES, weil…
…die aktuelle Politik mehr Schaden anrichtet als verhindert
… viel zu viele Menschen wegen der unmenschlichen Drogenpolitik sterben
…Menschenrechte und Selbstbestimmung missachtet und ignoriert werden
—ich Mitgefühl habe und Solidarität mit Drogengebrauchenden leben will
…Repression enorme Kosten und viel unnötiges Leid verursacht
…die aktuelle Drogenpolitik weder evidenzbasiert, noch rational ist
…jede und jeder betroffen sein kann
…die seit Jahrzehnten sehr schlechte und absurde Drogenpolitik in Deutschland mich kaum schlafen lässt
Thekla Andresen
Stadt/Gruppe: JES München
Beruf/Tätigkeit: Beschäftigungsprojetkt Condrobs/Limit
Mitarbeit bei JES: 2020
Mitarbeit im Vorstand: seit November 2023
Gründe des Engagements
Ich bin Thekla Andresen, 42 Jahre alt, aus München. Den ersten Kontakt mit illegalisierten Betäubungsmitteln hatte ich mit 14 Jahren, Abhängigkeit und sozialer wie gesellschaftlicher Abstieg folgten.
Derzeit bin ich das, was unsere Ärzte so schön als „stabil substituiert“ bezeichnen und arbeite 5 Tage wöchentlich im Condrobs Kontaktladen Limit. Für JES engagiere ich mich jetzt seit etwas mehr als 2 Jahren, so unterstütze ich bspw. den jährlichen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher und veranstalte einmal monatlich den JES-Brunch im Limit in München.
Auch die längst überfällige Einrichtung von Drogenkonsumräumen im drogenpolitisch arg rückständigen Bayern ist mir eine Herzensangelegenheit, für welche ich mich bei jeder Gelegenheit einsetze. Zu wissen, dass ich heute in der Substi wie auch im Leben überhaupt von einigen Dingen profitiere, für die sich andere JESler teils schon vor Jahrzehnten eingesetzt haben, bestätigt und motiviert mich immer wieder aufs Neue, mich weiterhin für unsere Ziele und Belange einzusetzen.
Sabrina Jessica Klier
Stadt/Gruppe: Köln / VISION e.V. Verein für innovative Drogen(selbst)hilfe
Beruf/Tätigkeit: Mitarbeiterin Kontaktladen (Akutberatung) bei VISION e.V.
Mitarbeit bei JES: seit 2022
Mitarbeit im Vorstand: seit November 2023
Gründe des Engagements
Weil ich mir wirklich aus tiefsten Herzen wünsche, das viiiieeel mehr Drogengebraucher*innen, das Gefühl erleben dürfen: „Ich bin richtig – nicht trotz, sondern mit meinem Konsum!“. Genau das hat JES bei mir geschafft und ich möchte JES & dieses Gefühl weitergeben. Es war, das ist wahrlich keine Übertreibung, lebensverändernd. Bevor ich JES 2019 (aktiv seit 2022) kennenlernt habe, hatte ich entweder meine dolleren Konsumphasen, in denen ich mich früher oder später selbst abwertete, „weil ich`s ja mal wieder nicht geregelt bekomme“ oder war Todes unglücklich „Kampfclean“. Warum? Weil ich an keine realistische, geschweige denn akzeptierende Aufklärung/ Unterstützung kam.
Jetzt stehe ich mit beiden Beinen, in MEINEM gewählten Leben und habe zudem etwas gefunden, wofür ich mit Leidenschaft brenne -> Selbsthilfe & Aktivismus!Neben dem stärken des eigenen Selbst und damit dem empowern von (Ex) User*innen und Substituierten möchte ich mit JES auch ganz faktische, alltägliche Themen von Drogengebraucher*innen wie z.B. alles rund um Substitution, aktuell vor allem Diamorphin, Info`s zu HCV und vieles andere angehen. JES hat bereits vor meiner Zeit unfassbar viel bewegen können und doch ist noch genug zu tun, auch mit dem neuen Vorstand.
Ein weiterer Punkt der JES Arbeit, der mir gefällt, wobei ich zudem viel lernen darf und der zugleich dafür sorgt, dass wir im Gespräch bleiben, ist Öffentlichkeitswirksame Arbeit wie das Vertreten von JES auf Tagungen/Kongressen oder ähnlichen.
Zum Abschluss, eine Besonderheiten von JES, mit der ich mich ganz wunderbar identifizieren kann ist, das in einer Zeit der Anpassung und möglichst wenig Auffallen, bei JES jede*r Einzelne*r authentisch & echt sein kann und wir so die JES Gemeinschaft bilden – in der wir zusammen stark sind!
