JES, Deutsche AIDS-Hilfe und akzept beziehen Stellung
05.06.2018

JES; DAH und AKZEPT veröffentlichen ALTERNATIVEN DROGEN-UND SUCHTBERICHT

Wie in den Vorjahren richtet sich unsere Kritik in diesem Alternativen Drogen- und Suchtbericht gegen die selektive Drogenpolitik, die sich im Wesentlichen auf illegale Substanzen bezieht, aber ein Gesamtkonzept jenseits der juristischen Einteilung schuldig bleibt. Der Drogenbeauftragten gelingt es nicht, steuernd einzugreifen, ressortübergreifende Strategien zu verfolgen, umzusetzen, oder einen fachlichen Diskurs über Drogenkontrollstrategien zu organisieren.


Im Jahr 2017 sind in Deutschland 1.272 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen verstorben. Aktuell ist diese Zahl leicht gesunken – nachdem sie vier Jahre lang angestiegen war. In mehr als der Hälfte der Fälle der Todesopfer starben Menschen an Überdosierungen im Zusammenhang mit Heroin und anderen Opioiden.  Auch  diese  Zahlen  werden  von  der  Drogenbeauftragten  der  Bundesregierung  alljährlich den Medien mitgeteilt, als Beleg für das Drogenproblem und Begründung für  ein  weiterhin  repressives  Vorgehen  (wie  oben  gezeigt,  in  aller  Regel  gegen  Konsument_innen).  Man  bekommt  den  Eindruck,  die  Politik  und  die  Polizei  bräuchten  die  Drogentoten  zur  Bestätigung  des  eigenen  Weltbildes.  Die  mediale  Inszenierung  verzichtet daher auch darauf, wirksame Lösungen gegen diese enorm hohe Zahl von

Drogenpolitisch  ist  Deutschland  Entwicklungsland.  Daran muss  sich  etwas  ändern! Ein schlichtes „Weiter-So“ steht im Gegensatz zu einer modernen Drogenpolitik, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und systematisierten Erfahrungen basiert, Verbraucher- und Jugendschutz ernst(er) nimmt und sich von ideologischen und moralischen Scheuklappen befreit. Wir hoffen, dass wir mit diesem nunmehr fünften Alternativen Drogen- und Suchtbericht mittels einer Vielzahl von relevanten Themen und Kritikpunkten aus Theorie und Praxis etwas zur Änderung des Status Quo beitragen können.

(Aus dem Vorwort des ADSB 2018)

Der aktuelle Bericht steht unter http://alternativer-drogenbericht.de/ zum Download bereit